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Ein kurzer Rückblick über die Geschichte der Feuerwehr Starnberg

Zum Zeitpunkt der Gründung im Jahre 1862 war Starnberg ein Fischerdorf mit 836 Einwohnern. Ein besonderes Dorf war Starnberg aber damals schon, mit seiner glanzvollen kurfürstlichen Vergangenheit. Das Schloß verfiel langsam, die Räume waren 1808 in Amtsstuben umgebaut worden. An die 100 Häuser zählte man damals in Starnberg.

Am 28. Juni 1862 gründete Adalbert Kinzinger die Starnberger Feuerwehr. Ein leuchtendes Vorbild, das zu dieser Zeit die Entstehung vieler freiwilligen Feuerwehren förderte, war die Fuggerstadt Augsburg.

Die Starnberger Feuerwehrleute der Gründerzeit waren tüchtig und sportlich. Doch Gelegenheiten zum Feiern ließen auch sie nicht aus. Nicht nur Löschübungen und der Turnabend gehörten zum Pflichtprogramm des jungen Vereins, sondern auch der Kneipp-Abend, wenn er auch mit kaltem Wasser nichts zu tun hatte. Es wurde Bier getrunken und schwadroniert, mit dem Zimmerstutzen geschossen und Karten gespielt. Schon drei Wochen nach der Gründung der Feuerwehr Starnberg fuhren die Starnberger zum Deutschen Feuerwehrtag nach Augsburg.

Es war bei der Starnberger Feuerwehr wie in jeder Gemeinschaft: nicht immer herrschte Friede und Eintracht - und nicht bei jedem Einsatz hat man sich mit Ruhm bekleckert.

Die Chronik berichtet in den ersten Jahren häufig, dass wegen Wassermangel alle Mühe und Eile vergeben waren.

Erst 1892 wurde in der Starnberger Hauptstrasse eine neue Wasserleitung verlegt, an deren Hydranten man Wasser abzapfen konnte.

Aber es war kein Großfeuer, sondern eine Wasserkatastrophe, die die Starnberger Feuerwehr in den ersten Jahrzehnten am meisten forderte. Schwere Unwetter gingen in der Nacht vom 01. auf den 02. Juli 1885 auf das Fünfseenland nieder. Um zwei Uhr morgens brach der Damm des randvoll gelaufenen Maisinger Sees. Starnberg stand unter Wasser.

Am 19. September 1912 wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Es war zu damaliger Zeit durchaus fortschrittlich, dass die Starnberger Feuerwehr schon am 27. Februar 1926 eine neue Magirus-Motorspritze erhielt. Mit diesem Datum begann die Motorisierung bei der Starnberger Feuerwehr.

Im Jahr 1931 unternahm die Vorstandschaft erstmals einen Vorstoß bei Stadt und Bezirksamt, um eine Alarmanlage für die Motorspritze zu bekommen. 1933 wurde diese Weckeranlage dann auch installiert und blieb jahrzehntelang in Betrieb, bis sie mit dem Neubau des jetzigen Feuerwehrhauses in der Ferdinand-Maria-Strasse von der Funkweckeranlage abgelöst und im Jahre 1980 endgültig stillgelegt wurde.

1937 bekam die Feuerwehr Starnberg einen neuen Magirus Rüstwagen.

Der zweite Weltkrieg brachte viel Leid über die Starnberger Feuerwehr. Ein unvorhergesehener Bombenangriff wurde am 13. Juni 1944 auf Starnberg geflogen. Sieben Mitglieder der Feuerwehr kamen beim Feuerwehrhaus ums Leben. Sie hatten dort Bereitschaftsdienst.

Im Jahr 1951 hatte der Starnberger Stadtrat den Grundstock zu einer besseren Ausstattung der Feuerwehr gelegt, indem er die Einführung einer Feuerschutzabgabe beschloss. Diese Feuerschutzabgabe durfte ausschließlich für die Ausstattung der Feuerwehr verwendet werden.

Dank dieser Einnahme konnte 1954 eine neue Kraftdrehleiter angeschafft werden, die bis zu einer Steighöhe von 22 Metern ausgefahren werden konnte.

1957 bekam die Feuerwehr Starnberg ein Tanklöschfahrzeug mit 2.500 Litern Fassungsvermögen.

Die Neubauten im Stadtgebiet ab den 50er Jahren machten eine weitere Modernisierung des Geräteparks notwendig. Starnberg war mittlerweile eine Stadt mit rund 10.000 Einwohnern geworden.

1967 wurde mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses an der Rheinlandstrasse begonnen und schon zwei Jahre später, am 14. und 15. Juni 1969 konnte der Einzug ins neue Haus gebührend gefeiert werden.

Einschneidend war die Gebietsreform im Jahre 1978, in der die Gemeinden Söcking, Hadorf, Percha, Perchting, Leutstetten, Wangen und Hanfeld zu Starnberger Ortsteilen gemacht wurden. Die Ortsfeuerwehren blieben bestehen, eine auch aus heutiger Sicht richtig Entscheidung. Möglicherweise haben die guten Kontakte zu den Ortfeuerwehren ein Stück Integration bewirkt.

An Raum und Ausstattung hatte sich die Starnberger Feuerwehr in den letzten Jahrzehnten nocheinmal sehr verbessert. 1974 wurde das alte Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1912 abgerissen und durch ein Wohnhaus ersetzt. Die Feuerwehr gewann noch einmal zwei Fahrzeugboxen und weitere Räume hinzu.

1993 wurde das Feuerwehrhaus nochmals erweitert, ab jetzt gehörten Werkstatt, Atemschutzpflege und Lagerräume, aber auch ein Kommandantenbüro und die Funkzentrale zur Ausstattung.

2002 konnte der Rüstwagen durch einen Rüstwagen RW 2 ausgetauscht werden.

2004 wurde der in die Jahre gekommene Versorgungs-LKW ersetzt.

2010 wurde die Drehleiter durch eine moderne "Knick-Leiter" von Magirus ersetzt.

Zuletzt konnten im Jahre 2012 durch einen Erweiterungsbau zwei weitere Fahrzeugboxen in der Ferdinand-Maria-Strasse geschaffen werden.
 

Beiträge 150-Jahrfeier 2012

150 Jahre sind ein guter Grund zum Feiern:

Die Freiwillige Feuerwehr Starnberg feierte am 09./10.06.2012 ein außergewöhnliches Jubiläum. Am Samstag den 09.06.2012 zeigten die Aktiven Können und Technik, am Sonntag den 10.06.2012 folgten Festumzug und Gottesdienst.

Tag der offenen Tür am 09.06.2012

Am Samstag, den 09.06.2012 fand am Starnberger Kirchplatz ein Tag der offenen Tür mit Fahrzeugschau und verschiedenen Schauübungen statt.

Schiffsausflug am 09.06.2012

Am Abend des 09.06.2012 waren die Mitglieder der Starnberger Feuerwehr im Rahmen eines Festabends auf der MS Starnberg zu Gast.

 

Jubiläumsgottesdienst und Festumzug 10.06.2012

Bei strömendem Regen folgte der Jubiläumsgottesdienst und der Festumzug mit anschließender Feier in der Brunnangerhalle. 

 

Ausstellung "Die Feuerwehr im Wandel der Zeit" im Foyer der Kreissparkasse in Starnberg

Bilder

 

Pressestimmen zum 150-jährigen Jubiläum

Im Rahmen einer gemeinsamen Beschaffung wurden 2014 das Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 und das Tanklöschgruppenfahrzeug TLF 16/24 durch zwei baugleichen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge HLF 20/10 ersetzt.