Änderungen im Übungsdienst - Unterschied Zug / Gruppenübung

29. April 2018
Hinter den Kulissen
Wie gliedert sich der Übungsdienst der Feuerwehr Starnberg seit der Übernahme durch die neuen Kommandanten? Was verbirgt sich hinter Zugübung und Gruppenübung?

Wenn Sie den Übungsplan des letzten Jahres mit dem aktuellen Übungsplan vergleichen, fallen zwei große Änderungen sofort auf:

  • wöchentliche Übung statt 14-tägiger Plan
  • Zug- und Gruppenübungen

Die Vielzahl der Aufgaben einer Feuerwehr erfordert ein Beherrschen der "Basics" (Retten - Löschen - Bergen - Schützen) und des eingesetzten Materials. Daher war es notwendig, die Taktung der Übungen zu erhöhen, um die Anforderungen an die Feuerwehr Starnberg zu erfüllen.

Exkurs Einheiten der Feuerwehr
Die Feuerwehr an sich ist hierarchisch aufgebaut. Die kleinste taktische Einheit ist der Trupp (2 - 3 Feuerwehrleute), gefolgt von Staffel (5 Feuerwehrleute), Gruppe (9 Feuerwehrleute) und Zug.
Der Löschzug der Feuerwehr Starnberg besteht aus zwei Löschgruppen jeweils auf den Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugen und einem Trupp auf der Drehleiter, in Summe also 21 Feuerwehrleute.

Da die Feuerwehr Starnberg in der Regel in Zugstärke auftritt und dabei auch durch die Ortsteilfeuerwehren aus Söcking, Percha, Leutstetten und Wangen unterstützt wird, war auch das Zusammenspiel mit den anderen Feuerwehren in den Übungsbetrieb aufzunehmen, um die Kommunikation und Zusammenarbeit zu vertiefen.

Auffälligkeiten aus der Zugübung werden in der darauffolgenden Gruppenübung nachbesprochen, aufbereitet und abgestellt.


Rückblick auf die Zugübung vom 18.04.2018 "Löschwasserförderung über lange Schlauchstrecken":

Nicht immer kann man sich auf ein dichtes Hydrantennetz, wie z.B. in der Kernstadt von Starnberg, verlassen. Gerade im ländlichen Bereich muss das notwendige Löschwasser über längere Strecken gefördert werden.

Im Rahmen der letzten Zugübung konnten wir dies zusammen mit den Feuerwehren Percha und Kempfenhausen anhand eines angenommenen Brandes in Selcha üben. Dabei musste ein Höhenunterschied von 27 Metern überwunden werden. 

Rein physikalisch betrachtet, bedeutet das nicht nur den Einfluss über die Förderhöhe (1m = 1 bar), sondern auch den Reibungsverlust innerhalb der Schlauchleitungen (100m B-Leitung = 1 bar). Daher waren einige Pumpen notwendig, um das Wasser von der Wasserentnahmestelle über die Förderstrecke zur Strahlrohrstrecke zu transportieren.

Wasserentnahmestelle

  • Tragkraftspritzenfahrzeug TSF FF Starnberg (800 l / min, 8 bar)
  • Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF20 FF Starnberg (3.000 l / min, 14 bar)

Förderstrecke

  • Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF20 FF Starnberg (3.000 l / min, 14 bar)
  • Tragkraftspritzenfahrzeug TSF FF Kempfenhausen (800 l / min, 8 bar)
  • Tragkraftspritze TS 8/8 FF Kempfenhausen (800 l / min, 8 bar)

Strahlrohrstrecke

  • Faltbehälter 5.000 l
  • Löschgruppenfahrzeug LF10/6 FF Percha (1.000 l / min, 8 bar)
  • Tragkraftspritze TS 8/8 FF Percha (800 l / min, 8 bar)
  • Drehleiter DL(K) 23/12 FF Starnberg

Fazit

Es war notwendig, dass die Kommunikation der Maschinisten / Pumpenbediener untereinander klar strukturiert war, damit beispielsweise nicht das HLF20 in der Förderstrecke mit Vollgas arbeiten will, von der Wasserentnahmestrecke aber nicht genügend Wasser geliefert wird oder alle Pumpen fördern und innerhalb der Strahlrohrstrecke plötzlich kein Wasser mehr entnommen wird. Es gab ein paar Hausaufgaben, die wir gerne notiert haben.
 

Wir für Starnberg. Seit 1862.

 

Bilder von der Übung: